Leberechinokokkus oder Hydatidengeschwulst der Leber (Echinococcus hepatis), eigentümliche Leberkrankheit, die sich durch das Vorhandensein von erbsen⸗ bis kinderkopfgroßen dickwandigen Blasen (Hydatiden) mit wässerigem Inhalt in der Lebersubstanz zu erkennen gibt. Diese Blasen stellen die junge geschlechtslose Brut der Taenia Echinococcus, eines im Hunde lebenden Bandwurms (s. d.) dar, die wahrscheinlich als Eier oder Embryonen mit dem Trinkwasser oder mit roh genossenen Nahrungsmitteln in den menschlichen Darm gelangen und von hier aus in die Leber wandern, wo sie zu den eben erwähnten Blasen auswachsen. Der L. ist immer ein gefährliches Leiden, da er nicht nur Entzündung und teilweise Zerstörung des Lebergewebes, Bauchfellentzündung und chronisches Siechtum, sondern auch durch plötzliche Ruptur den Tod zur Folge haben kann. Vorbeugen kann man der Krankheit nur dadurch, daß man sich hütet mit Hunden in allzu nahe Berührung zu kommen, namentlich ist das thörichte Küssen und Liebkosen der Hunde durchaus zu verwerfen. Alle innern Mittel haben sich gegen die Krankheit nutzlos erwiesen, dagegen gelingt es häufig auf operativem Wege (Atzung, Punktion, Incision) die Echinokokkusblasen zu entleeren und damit zur Verödung und Heilung zu bringen. (S. Blasenwürmer.)