Leconte de Lisle (Charles Marie), franz. Dichter, geb. 23. Okt. 1818 auf der Jnsel Réunion, machte mehrere Reisen nach Frankreich und wählte 1847 Paris zum bleibenden Wohnsitze. Nachdem er sich kurze Zeit in die revolutionäre Politik von 1848 eingelassen, wandte er sich der Litteratur zu und machte sich 1853 durch die cPosmes antiquesv und 1855 durch die Poèmes et poéësieso bekannt. Die zwei Bändchen verschafften ihm eine angesehene Stelle unter den Dichtern der Richtung, die man die «neu-heidnischer genannt hat, weil sie ihre Stoffe sowohl der klassischen als der ind. und skandinav. Mythologie entnimmt. In seinen spätern Gedichtsammlungen «Poèëmes barbares„ (1862) und Poëmes tragiqueso (1883) hat sein Blick noch an Weite, seine Auffassung an Tiefe gewonnen. Von seinen zwar freien, aber trefflichen ÜUbersetzungen antiker Klassiker sind die des Homer (1866 u. 1867), des Hesiod und der Orphischen Hymnen (1869), des Theokrit und Anakreon (1861) zu nennen. Anonym gab er 1871 einen 4Catéchisme populaire républicaino und eine Histoire populaire du christianisme heraus.