Lecluse (Charles de), gewöhnlich Clusius genannt, Arzt und Botaniker, geb. zu Arras 18. Febr. 1525, studierte in Gent und Löwen die Rechte und riiten nach Deutschland, wo er sich längere Zeit in Wittenberg aufhielt und mit Melanchthon verkehrte. Später wendete er sich in Montpellier dem Studium der Medizin zu, kehrte 1555 in seine Heimat zurück, wo er sich nun sechs Jahre aufhielt, und lebte hierauf abwechselnd in Paris, Löwen und Augsburg, bis er 1564 eine naturwissenschaftliche Reise nach Spanien antrat. Im J. 1571 war er in England; dann folgte er einer Einladung Kaiser Maximilians II. nach Wien, wo er kaiserl. Gartendirektor wurde. Er bereiste von Wien aus zweimal England, nahm 1587 seine Entlassung aus kaiserl. Dienste und lebte zu Frankfurt a. M. Im J. 1593 wurde er Professor der Botanik in Leiden, wo er 4. April 1609 starb. L. entdeckte viele neue Pflanzen und beschrieb sie in mehrern Werken, von welchen &Rariorum plantarum historias (Antw. 1601) und Exoticorum libri Xo (Antw. 1605) die berühmtesten sind. Ihm zu Ehren wurde von Plumier eine Pflanzengattung Clusia benannt.