Lecythis I., Pflanzengattung aus der Familie der Myrtaceen. Man kennt gegen 60 Arten, die sämtlich in den Tropengegenden Amerikas wachsen. Es sind sehr hohe Bäume mit alternierenden lederartigen, ganzrandigen oder gesägten Blättern und meist ansehnlichen in Trauben gestellten Blüten. Der Kelch ist röhrenförmig und besitzt in der Regel sechs Zipfel. Die sechs Blumenblätter sind von ungleicher Größe, die zahlreichen Staubgefäße stehen auf einem stark entwickelten Diskus, der Griffel ist von konischer Form und ziemlich kurz. Die Frucht ist mit dem später stark verdickten Kelche verwachsen und erreicht bei einigen Arten eine bedeutende Größe, sie besitzt eine lederartige oder holzige Wandung und enthält wenige ovale oder längliche Samen. Die bekannteste Art ist der gewöhnliche brasilianische Topfbaum (L. Ollaria J.). Er ist einer der höchsten Bäume der brasil. Flora und besitzt kindskopfgroße Früchte, die sich deckelartig öffnen. Die Samen haben ungefähr die Größe von Kastanien und werden gegessen. Die harte Fruchtschale wird zur Herstellung von Trinkgefäßen u. dgl. benutzt. Das Holz besitzt eine bedeutende Härte und dient vielfach als Bauholz, die äußere Rinde läßt sich in papierdünnen Lagen abblättern, welche zum Einwickeln von Cigarren und zu ähnlichen Zwecken verwendet werden. Auch von einigen andern Arten werden die Samen gegessen und die Früchte in der angegebenen Weise verwendet, z. B. von den ebenfalls in Brasilien einheimischen L. grandiflora g. und L. lanceolata Poir.