Lefebore-Desnouettes (Charles, Graf), franz. Reitergeneral, geb. zu Paris 14. Sept. 1773, der Sohn eines Tuchhändlers, trat beim Ausbruch der Revolution als Freiwilliger ein, war bei Marengo Adjutant Bonapartes und 1804 bereits Oberstlieutenant. Bei Austerlitz zeichnete er sich als Dragoneroberst aus und im Sept. 1806 wurde er Brigadegeneral, 1808 Divisionsgeneral und Kommandant der Gardechasseurs. L. ging hierauf zur Armee nach Spanien, belagerte mit Verdier Saragossa, das aber bald entsetzt wurde, und fiel bei Benevent in engl. Gefangenschaft. Indes entfloh er aus London und wohnte hierauf dem Feldzuge von 1809 gegen Ssterreich bei. Im Kriege von 1812 war er im Gefolge des Kaisers, 1813 befehligte er eine Division der Gardekavallerie. Als General Thielmann im September mit einem österr.⸗russ. Streifkorps in den Rücken der franz. Armee ging, wurde L. von Dresden aus gegen ihn geschickt, schlug ihn 24. Sept. und drängte ihn bis über Altenburg zurück, wurde aber hier 28. Sept. von Thielmann und dem Kosakenhetman Platow geschlagen. Im Feldzuge von 1814 in Frankreich zeichnete sich L. atlers: 5 aus. Nach der ersten Abdankung des Kaisers begleitete er denselben bis Roanne und wurde hierauf von Ludwig XVIII. in seinem Range bestätigt. Während der Hundert Tage 10 Pair erhoben, übernahm er wieder den Befehl einer Division und kämpfte bei Belle-Alliance. Nach der 9— Abdankung Napoleons floh er nach Amerika. In Frankreich 1816 zum Tode verurteilt, wollte er Anfang 1822 aus Belgien seine Gemahlin abholen, erlitt jedoch Schiffbruch und kam 22. April 1822 an der Küste von Irland um.