FeedLefort (Franz Jak.)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Lefort (Franz Jak.), Günstling Peters d. Gr. von Rußland, geb. 1656 zu Genf, wo sein Vater Kaufmann war, erlernte in Hamburg die Handlung, ging aber in seinem 14. Jahre heimlich nach Marseille und trat hier in franz., 1674 in holländ. Kriegsdienste, die er indes wieder verließ, um 1675 über Archangel nach Moskau zu gehen. Dort wurde er anfangs Sekretär des dän. Gesandten. Doch bald trat er bei Feodor Alexejewitsch, dem Bruder Peters d. Gr., in Dienste, befehligte 1676—81 eine Kompagnie, lernte 1682 den jungen Zaren Peter Alexejewitsch kennen und gewann dessen Gunst. Einen großen Dienst leistete er dem Zaren bei einem Aufstand der Strelitzen 1689, deren verräterischen Entwurf er vereitelte. Nachdem Peter Zar geworden war, bildete L. namentlich das Militärwesen aus, indem er es auf franz. Fuß organisierte und fremde Offiziere herbeizog, legte den Grund zu der k russ. Seemacht und suchte den Gewerbfleiß und die Landeskultur durch Heranziehung deutscher und r franz. Handwerker und Künstler zu heben. Im J. 1694 wurde er Großadmiral und Obergeneral des russ. Heeres und 1697 Gouverneur von Nowgorod. Auf der Reise, welche Peter d. Gr. 1697 ins Ausland unternahm, war L. der Erste der russ. Ge⸗(e sandtschaft, in deren Gefolge sich der Zar incognito befand. Als Peter die während seiner Abwesenheit d ausgebrochene Empörung der Strelitzen durch seine schnelle Rückkehr beschwichtigt, vollzogen der Zar,. L. und Mentschikow die Hinrichtung der Schuldigen fr mit eigener Hand. L. starb zu Moskau 12. März 1699. Vgl. Posselt, «Der General und Admiral Franz L.v (2 Bde., Frankf. a. M. 1866); Blum, „Franz L.y (Heidelb. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 895Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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