Lehrgerüste (Lehrbogenrippen, Bogen- oder Wölbgerüste) sind zur Ausführung von Bogen und Gewölben bestimmte Gerüste, welche die denselben zu gebende Form besitzen und ihnen so lange als Unterstützung dienen, bis sie sich selbständig zu tragen vermögen. Ihre Konstruktion richtet sich daher nach der Schwere und Bestimmung des darauf zu mauernden Bogens oder Gewölbes. Im Hochbau werden sie demzufolge leichter und einfacher konstruiert und bestehen aus einzelnen Lehrbogen (Lehrbügen), die je nach der Bogenform entweder aus einem einzigen Brettstück oder aus mehrern, bogenförmig geschnittenen und nach Art der Bohlenbogen zwei⸗ oder mehrfach übereinander auf Stoß zusammengesetzten Brettstücken gebildet sind. Dieselben kommen bei Bogen nach der Breite derselben, bei Gewölben um 0,85 bis 1,½m voneinander zu stehen und werden mit schmalen Brettstücken oder Latten, der sog. Schalung, überdeckt. Im Brückenbau dagegen werden sie entsprechend stärker aus gezimmerten Hölzern, und zwar entweder als stehende oder als gesprengte L. ausgeführt, je nachdem die Stützung vom Boden aus oder nur von den seitlichen Widerlagern (Pfeilern) aus erfolgen kann. Da die L. nach Vollendung des Bogens oder Gewölbes nicht unmittelbar und nur mit großer Vorsicht entfernt werden dürfen, so hat man bei schweren Brückenlehrgerüsten besondere Ausrüstungsvorrichtungen nötig, z. B. Schrauben, Keile, Sandbüchsen u. s. w., welche ein langsames und geringes Senken des L. bezwecken, das noch einige Zeit nach der vollen Belastung des Gewölbes unter demselben verbleibt, bis es bei voller Tragfähigkeit desselben endlich entfernt werden kann.