Leicesterschaf, ursprünglich heimisch in der engl. Grafschaft Leicester, seit Mitte des 18. Jahrh. jedoch vom engl. Züchter Bakewell durch sorgsame Kreuzung zur hervorragendsten Langwollschafrasse Englands, dem Dishley⸗ oder Newleicesterschafe, gemacht. Das hornlose und mit langer, weißer, seidenglänzender Wolle versehene L. zeichnet sich durch bedeutende Größe, sehr feinen Knochenbau und außerordentliche Mastfähigkeit aus, macht dafür aber große Ansprüche an das Futter und ist gegen das Kontinentalklima empfindlicher als die meisten andern engl. Schafrassen. In Deutschland wird das L. infolge dessen nur seltener in Reinzucht ehalten, jedoch mehrfach zur Verbesserung anderer Rassen benutzt, wozu es sehr geeignet ist.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 916Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei