Leisnig, ursprünglich Lißnich, d. h. Waldheim, Stadt im Königreich Sachsen, Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Döbeln, in schöner und sehr fruchtbarer Gegend an der Freiberger Mulde, Station der Linie Leipzig-Döbeln-Dresden der Sächsischen Staatseisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine Realschule mit Gymnasialklassen, eine Fachschule für Drechsler und Bildschnitzer, Wollspinnerei, Tuchfabriken, Kratzen⸗, Cigarren⸗, Stuhlfabriken, Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine große Kunstmühle, starke Schuhmacherei, Gerberei, Obstbau und Gärtnerei, und zählt (1880) 7312 C. Auf einem hohen, steilen Felsen liegt das Schloß Mildenstein; unterhalb desselben an der Mulde Bad Mildenstein, zugleich klimatische Kur⸗ und Heilanstalt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 939Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei