FeedDöbeln
ErdkundeBrockhaus 1882

Döbeln, Stadt im Regierungsbezirk Leipzig des Königreichs Sachsen, in fruchtbarer Gegend, in einem reizenden Thalkessel, die innere Stadt auf einer von oulich von den Mulde gebildeten Insel, 67 km südöstlich von Leipzig an der Kreuzung der Chemnitz-Riesaer und der Leipzig-D.⸗Meißen-Dresdener Bahn, zählt (1880) 11802 E., ist der Mittelpunkt eines wichtigen Getreidehandels, der durch eine Getreidebörse vermittelt wird, besitzt aber auch eine nicht unbedeutende Industrie. Die Hauptzweige derselben sind Wollspinnerei, Fabrikation von Tuch und Leder, namentlich lackiertes und Kidleder, von lackierten Blechwaren, landwirtschaftlichen Maschinen, Brückenwagen, Cigarren, Silberwaren. Auch die Umgegend fabriziert Tuche, Papier, Pappe und Drahtstifte. Der Butter⸗ und Getreidehandel ist ansehnlich. D. ist Sitz einer Amtshauptmannschaft und eines e enem kum Die Stadtkirche zu St. Nikolai besitzt einen kunstreichen altertümlichen Altar und mancherlei Denkmäler. Die ansehnliche neue Bürgerschule erhebt sich auf dem Schloßberge, auf welchem früher ein 1429 von den Hussiten zerstörtes markgräfl. Hamte stand. Seit 1869 besitzt D. eine königl. Realschule erster Ordnung mit landwirtschaftlicher Abteilung und seit 1875 im Wappenhensch-Stift ein Waisenhaus, seit 1871 auch ein Stadttheater. In der nördl. Vorstadt (Staupitzberg) liegt das Staupitzbad, eine Anstalt für Irisch-römische, Kiefernadel-und andere Bäder. Vgl. «Chronik von D. und Umgegendo (herausg. von Biltz und Hingst, 2 Bde., Döbeln 1870—71). — Die Amtshauptmannschaft Döbeln zählt (1880) auf 582 qkm 100 160 E. reich Sachsen. Doöben, Schloß bei Grimma (s. d.) im König⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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