FeedLeisewitz (Joh. Ant.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Leisewitz (Joh. Ant.), deutscher Trauerspieldichter, geb. zu Hannover 9. Mai 1752, studierte seit 1770 in Göttingen die Rechte und kam hier mit den meisten Mitgliedern des Göttinger Dichterbundes in freundschaftlichen und litterarischen Verkehr. Er wurde 1778Landschaftssekretär in Braunschweig, 1790 Hofrat und Sekretär der geheimen Kanzlei, 1801 Geh. Justizrat, 1805 Präsident des Obersanitätskollegiums und Stifter des Armenkollegiums und starb zu Braunschweig 10. Sept. 1806. Als Schriftsteller hat er sich durch ein einziges, aber hochst schähbares, in Lessings Art geschriebenes Trauerspiel: Julius von Tarento (Lpz. 1776), bleibenden Ruhm erworben. Dasselbe erhielt in einer für das hamburger Theater 1775 ausgeschriebenen Preiskonkurrenz den zweiten Preis; der erste wurde Klinger für dessen „Zwillinge zuerkannt. Dasselbe Mißtrauen in die eigene Kraft, vermöge dessen er alle Aufforderungen, auf der rühmlichst betretenen Bahn fortzuschreiten, unbeachtet ließ, scheint 17 auch bestimmt zu haben, die Handschrift einer fast vollendeten Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs zu vernichten. Eine Gesamtausgabe der Schriften L. besorgte Schweiger (Braunschw. 1838; neue Ausg., Berl. 1870). Vgl. Kutschera von Aichberger, Johann Anton L.» (Wien 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 939Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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