FeedLeist (Burkard Wilh.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Leist (Burkard Wilh.), namhafter Romanist, geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden, studierte in Göttingen, Heidelberg und Berlin die Rechte, war 1840 — 42 als Auditor am Stadtgericht zu Göttingen angestellt und habilitierte sich dann im Herbst 1842 daselbst als Privatdocent. L. wurde Ostern 1846 ord. Professor in Basel, 1847 in Rostock, 1853 in Jena und trat 1869 aus Gesundheitsrüclsichten von seinem Lehramte zurück. Vom Gesamtgebiete des röm. Rechts ausgehend, erstrebt L. eine festere Begründung der jurist. Dogmatik dadurch herzustellen, daß er, unter Leitung der hierin mustergültigen röm. Klassiker, die genaue Scheidung der Stoffe (Hypostases) des Rechts durchführt. Ferner richtet sich seine Aufmerksamkeit vorzugsweise auf die Erforschung der indogerman. Rechtsgeschichte. Seine Hauptwerke sind: „Die bonorum possession(2 Bde., Gött. 1844—48),6 über die Entwickelung eines positiven gemeinen Rechts in der civilisierten Menschheite (Bas. 1846), Civilistische Studienv (4 Hefte, Jena 1854 — 77), „Mancipation und Eigentums⸗ (Erlangen 1870), „Das prätorische Erbsystemo (Erlangen 1873), Drei erbrechtliche Lehrenv (Erlangen 1875) und „Das röm. Patronatsrechto (2 Tle., Erlangen 1879). Die vier letztgenannten Werke bilden Bestandteile des Glückschen Pandektenkommentars. Seine Untersuchungen über die alten Stammzusammenhänge zwischen dem röm. und dem griech. Rechte hat er in abschließender Weise zusammengefaßt in der 4«Gräcoitalischen Rechtsgeschichten (Jena 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 939Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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