FeedLel und Polel
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lel und Polel, bei den Polen zwei sagenhafte Brüder wie Kastor und Pollux. LelandCharles Godfrey), nordamerikan. Schrift; steller, geb. 15. Aug. 1825 in Philadelphia, studierte daselbst, in Heidelberg, München und Paris Philosophie und Asthetik und kehrte 1848 nach Philadelphia zurück. Nachdem er noch Jura studiert und kurze Zeit Advokat gewesen, lebte er als Redacteur und Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften an verschiedenen Orten Amerikas. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: MHans Breitmanu's ballads, (burleske Gedichte in pennsylvan. Mundart, Lond. 1871), The music-lesson of Confucius and other poemsv (1872), Eu Sang, or the discovery of America by Chinese Buddhist priests in the fifth centuryn (1875), Pidgin-English sing-songy (1876), Abraham Lincolno (1879), &The gipsiéesv (1882) u. s. w. Leléger, ein zu den ältesten Bewohnern der griech. Küste und Inseln gehörendes Volk, welches oft in naher Berührung mit den Karern genannt wird. Lelewel 7 namhafter poln. Patriot und Historiker, geb. 21. März 1786 zu Warschau, besuchte das Kollegium Nobilium der Piaristen daselbst, dann die Universität zu Wilna und wurde 1809 Lehrer am Lyceum zu Krzemieniec in Volhynien. Im J. 1814 erhielt er eine Anstellung bei der Universität zu Wilna, wurde 1816 Professor der Geschichte an der Universität zu Warschau und Custos der Nationalbibliothek, aber bald nach Wilna zurückberufen und 1824, geheimer Verbindungen verdächtig, seiner Stelle entsetzt. Darauf in den warschauer Landtag gewählt, wurde er einer der Hauptbeförderer der poln. Revolution von 1830. L. war einer der Abgeordneten an den Großfürsten Konstantin, eins der ersten Mitglieder der Vollziehungsbehörde und Stellvertreter des Kultusministers in der Provisorischen Regierung. Als Chlopicki die Diktatur niedergelegt hatte, wurde L. zum Mitglied der Dermertang dern erwählt, wanderte nach der Niederwerfung der Revolution nach Frankreich, wo er erst zu Paris, dann auf Lafayettes Landsitz Lagrange lebte, aber im März 1833 ausgewiesen wurde und nun nach Brüssel ging. Er starb in Paris 29. Mai 1861. Von bleibendem Wert sind seine Arbeiten über die Geographie des Mittelalters, wie vor allem seine 6ëógraphie des Arabesv (2 Bde., Par. 1851) und die KGéographie du moyen ägev (4 Bde., Bresl. 1852—57, mit Atlas). Seine Arbeiten über die Geschichte Polens stellen ihn in die Reihe der ausgezeichnetsten poln. Geschichtschreiber. Seine vielfach aufgelegten Daieje polski (Warsch. 1829), eine Geschichte Polens, setzte er fort in der Polska odradzajgcà sie (Brüss. 1843; franz., 2 Bde., Par. 1844). Hieran schließt sich eine «Geschichte Litauens und Kleinrußlands bis zur Union mit Poleno (Par. 1839), sodann Die ursprüngliche Gesetzgebung Polens v(Warsch. 1828), 4Sprach- und Verfassungsdenkmale von Polen und Masovien im 13., 14. und 15. Jahrh.» (Warsch. 1824), «Altere poln. Bibliographier (2 Bde., Warsch. 1823—26), 6 Geschichte Polens unter Stanislaus Augusto (deutsch von Drake, Braunschw. 1831), La Pologne au moyen aägey (3 Bde., Pos. 1846—51). Seine poln. Werke erschienen gesammelt unter dem Titel Polska (20 Bde., Pos. 1853 —76). Lelly (Chevalier de), Pseudonym des Schriftstellers Friedr. Christ. Eugen von Vaerst (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6