Lely Kral. nach dem Beinamen seines Vaters eines westfäl. Hauptmanns, also genannt, eigentlich aber van der Faes heißend, niederländ. Maler, geb. 1618 zu Soest, Schüler von Grebber in Harlem, übertraf in der Darstellung von Landschaften und Historien bald seinen Lehrmeister. Der Porträtmalerei wandte er sich erst in England zu, wohin er mit dem Prinzen Wilhelm II. von Oranien ging, und zwar 1641, dem Todesjahr von van Dyck, dessen Meisterwerke ihn mächtig anzogen. Dennoch war er in seinen Porträts, deren er eine sehr große Menge gemalt hat, wesentlich verschieden von seinem berigane Vorbilde. Ihm fehlte insbesondere in den Damenporträts die Naturwahrheit van Dycks. Karl I., dessen Hofmaler L. war, malte er mehrmals, das letzte mal im Kerker zu Hamptoncourt. Nach dem Tode dieses Fürsten trat L. in Cromwells Dienste. Karl II. erhob ihn zum Ritter und Kammerherrn, und er konnte nun ein glänzendes Künstlerleben führen. L. starb in London 1680. Seine vorzüglichsten Werke sind: die Jagd des Kalydonischen Ebers, ein männliches Porträt im Louvre und des Künstlers Familie in Corshamhouse. Sein bedeutendes Kunstkabinett, welches er gesammelt hatte und dessen mit PL gestempelte Htt sich noch in den Händen mancher Sammler befinden, wurde nach seinem Tode mit 26 000 Pfd. St. verkauft.