Lemgo, Stadt im Fürstentum Lippe-Detmold, liegt 13 km nördlich der Landeshauptstadt an der Bega, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 6108 E. Unter den öffentlichen Gebäuden sind die beiden fürstl. Häuser, der Lippehof und der Annenhof, sowie die beiden im Won Stil erbauten luth. Kirchen hervorzuheben. Von höhern Unterrichtsanstalten besteht zu L. ein Gymnasium, eine Fortbildungsschule und eine höhere Töchterschule. An der Spitze des 1306 begründeten Jungfrauenstifts für zehn adelige und bürgerliche Jungfrauen steht eine Prinzessin aus dem regierenden furftl Hause, die im Annenhof residiert. Sonst befinden sich in der Stadt noch ein Beguinenhaus und ein ehemaliges Franziskanerkloster, das jetzt 24 unvermögenden Frauen und Jungfrauen Unterhalt und Wohnung gewährt, sowie eine 1873 begründete Anstalt für blödsinnige Kinder. L. ist der gewerbreichste Ort des Landes. Neben Lein⸗ und Wollweberei und Lederfabrikation bildet das Schneiden von Cigarrenspitzen und Pfeifenköpfen aus Meerschaum einen besondern Industriezweig. Außerhalb der Stadt liegt die Landesirrenheilanstalt, womit ein Privatinstitut für Gemütskranke verbunden ist. L. wurde im 12. Jahrh. begründet und gehörte zur Hansa.