Augenkrankheit, ägyptische, eine besonders gefährliche und ihrer Ansteckungsfähigkeit wegen gefürchtete Art der in Nordafrika durch den Sonnenglanz, die Hitze, den Staub und die Unsauberkeit ungemein verbreiteten Augenkrankheiten. Sie tritt als einfacher Katarrh der Bindehaut des Auges auf (die mildeste Form), als akute Blennorrho& mit reichlicher Eiterbildung, die heftigste Form ist die granulöse A. (Trachom). Der ansteckende Stoff ist der auf der Bindehaut der entzündeten Augen sich bildende Eiter, welcher, wenn er durch Berührung der Kranken, durch ge: meinsame benutzung des vYassergefässes ete. auf ein gesundes Auge überführt wird, dieEntzündung weiterträgt. Die langwierigen Fälle der ägyptischen A. entwickeln eine ausserordentliche Hartnäckigkeit und wirken bald schädlich für das ganze Auge, bald nur für einzelne Teile desselben, die akuten zerstören das Auge öfters schon nach 6— 7 tägigem Verlaufe der Krankheit. Die ägyptische A. ist von der mittelländischen Küste bis tief nach Nubien hinein verbreitet; sie tritt in ganz verwandten Formen auch im Magreb, unter den Berbern der Djur-Djura ete. auf, ist aber im Sudan nur selten. In Europa wurde sie besonders bekannt durch den ägyptischen Feldzug Napoleon Bonapartes 1798— 1801, während dessen Dauer sie unter den französischen Truppen, nicht minder auch unter den zu Abukir ausgeschiftten englischen, mit schrecklicher Heftigkeit auftrat und auch überallhin sich verpflanzte (Malta, Portugal, Spanien, Frankreich), wohin die Truppen überführt wurden.