Trachom (grch.) ist eine Form der Agyptischen Augenentzündung (s. d.), charakterisiert durch massenhafte Entwickelung von froschlaichartigen rundlichen Körnern (Trachomfollikeln) in der Bindehaut der Lider, namentlich der Übergangsfalten, zuweilen auch in der Bindehaut des Augapfels, bei mäßiger Absonderung eines kontagiösen Eiters. Werden diese Wucherungen nicht beseitigt (durch Atzungen, Galvanokaustik oder durch Erregung einer heftigen akuten Entzündung mittels eines Infuses von Abrus precatorius oder Jequirity), so tritt im Bereiche der ganzen Bindehaut eine intensive Narbenschrumpfung ein, welche die Lidränder nach innen umrollt (Entropium) und schließlich den ganzen Bindehautsack verödet. Gleichzeitig entsteht eine reichliche oberflächliche Gefäßbildung und Trübung in der Hornhaut (Pannus) und wandeln sich schließlich die oberflächlichen Hornhautlagen in eine sehnige, undurchsichtige Narbe um. Endlich wird, da die Gefäße und Schleimdrüsen der Bindehaut schwinden und die Ausführungsgänge der Thränendrüsen sich schließen, die ganze Oberfläche der Bindehaut und Hornhaut trocken und rissig und von einer verhornten, wachsartigen Zellenschicht überzogen (Xerophtholmus, Xerosis).