Azoren (Azorische Inseln, auf deutsch s. v. w. „Habichtsinseln“ [wegen der zahlreichen Falken und Habichte, welche die Portugiesen bei der in den Jahren 1431—60 erfolgenden Entdeckung auf ihnen vorfanden], dann auch Terceiras [nach der in der Mitte des Archipels liegenden Insel Terceira] und Flandern’sche oder flamändische Inseln [nach der flandrischen Kolonie, : welche 1466 durch Isabella von Burgund, der Schwester Königs Eduard von Portugal, von Jakob von Hurter hier errichtet wurde, in dessen Gefolge auch der Nürnberger Martin Behaim (s. d.) sich befand], von den Engländern endlich Western Islands, von den Franzosen Acores (sprich: assohr), von den Portugiesen Agores (sprich: assohres) genannt), Inselgruppe im Atlantischen Ozean, 320 Seemeilen von der Meerenge von Gibraltar entfernt; politisch zu Portugal gehörig; geographisch, trotzdem sie Europa etwas näher liegen als Afrika, zum letztern Weltteil gerechnet. Sie erstrecken sich über einen Flächenraum von ca. 100 Scemeilen von Südost nach Westnordwest und liegen zwischen dem 36.°50° bis 3945‘ nördl. Br. und 26.0°—33.040° westl. L, von Par.). Sie bestehen aus 3 ziemlich weitab von einander liegenden Gruppen von zusammen 9 Inseln. Die erste (südöstliche) Gruppe umschliesst die Inseln Santa Maria und San Miguel nebst den Klippeneiländchen der Formigas; die mittlere Gruppe wird von den 5 Inseln: Terceira, San Jorge, Pigo, Fayal und Graciosa gebildet, die westliche Gruppe von den 2 Inseln: Florea und Corvo. Ihr Gesamtflächenraum betrügt ca 47 Qu.-Meilen; ihre Bevölkerung 1571; 219 000 (gegen 1863:251 894) Köpfe; sie stellt ein beträchtliches Kontingent zur Auswanderung nach Brasilien. Die Richtung des Archipels (von Südost nach Nordnordwest)' wiederholt sich in der in die Länge ge- 'zogenen Form sämtlicher Inseln. Sie sind vulkanischen Ursprungs und vulkanischer Natur. Viele ihrer Pics sind erloschene Krater. Auch die warmen und Mineralquellen sind auf den A. zahlreich vorhanden. Die Kanäle zwischen den Inseln sind tief und sicher. _Die felsigen Küsten steigen steil herauf. Häfen und Buchten fehlen dem Archipel. Das Klima ist im allgemeinen das nämliche wie in Süd-Spanien, jedoch gleichmässiger in seinen Übergängen. Die herrschende Windrichtung ist zur Sommerszeit von Nordost nach Ost, zur Winterszeit von Nordwest nach Südwest. Der Golfstrom berührt die östlichen Spitzen des Archipels Corvo und Flores. Hauptsächlichste Produkte sind: die Früchte und Gemüsearten Südeuropas; unter den ersteren nehmen die Orangen und der Wein die wichtigste Stelle ein. Ausserdem hat der Kaffeebaum, die Banane und das Zuckerrohr Anbau gefunden. Indessen nutzt die nachlässig betriebene Landwirtschaft die Bodenkraft nur zum geringen Teile aus, trotz der dichten Bevölkerung. Haustiere sind: Pferd (kleine Rasse), Esel, Ziegen, Schafe, Schweine. Die Küsten sind reich an Fischen und Seetieren. Die Bewohner sind portugiesischen Ursprungs, doch gemischt mit Briten und Negern; ihre Sprache ist die portugiesische. In neuerer Zeit scheint der Handel rivalisierende Nahrungsquelle werden zu wollen. Ausser dem