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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Delta, dieim Altertum entstandene, von den Europäern beibehaltene Benennung für das in der Gabelung des Nil zwischen Kairo und dem Meer eingeschlossene Unterägypten. Esist ein grosses Dreieck, dessen Spitze im 30°12° nördl. Br. liegt, 25 km unterhalb Kairos, dessen vom Mittelmeer bespülte Grundlinie eine Kurve bildet, deren äusserste Ausbiegung unterm 3 1° 36’ n. Br. liest. Die Seiten des Dreiecks werden von den beiden Armen dargestellt, in welche der Nil sich unterhalb Kairos teilt: dem Rosetta-Arm im Westen, und dem Damiette-Arm im Osten (155 km); aber infolge der zahlreichen Nebenarme und Kanäle dehnt sich der Bereich des Delta über die beiden Arme hinaus, zwischen denen man es begreift (bis an 275 km), nämlich vom Mensaleh-See, wo. der pelusinische Arm, bis zum Edku-See, wo der kanobische Arm mündet. — Das D. umfasst in der gegenwärtigen Einteilung Agyptensdie sechs Provinzen (Mudirien): Behera, Charkieh, Menufieh, Garbieh, Dakalieh und Kaliubieh, zusammen 29 Distrikte. Es stellt ein von einem grossartigen Netze natürlicher Kanäle und künstlichen Wasserrinnen durchschnittenes Tiefland dar. Die Küste ist von Seeen, Lagunen und Sümpfen durchsetzt und, abgesehen vom Fischfang, für die Produktion verloren. Die fünf grössten Seeen sind: der Mariut-See (#80 750 qkm), der Mahudieh oder Abukir-See (140 qkm), der Edku-See (34V qkm), der Burlos-See (700 — 1100 qkm) und der Mensaleh-See (1800—25V0 qkm). Die ganze bebaubare Strecke des Delta ist mit Städten und Dörfern bedeckt, es ist der dichtbevölkertste Teil des Landes.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 333Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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