Duveyrier, Henri, berühmter franz. Reisender, am 28. Febr. 1840 geboren; erhielt seine Erziehung zum Teil in Deutschland (Handelsschule in Leipzig), genoss in London eine zeitlang den Umgang von Heinr. Barth, der damals sein grosses Reisewerk ausarbeitete, und trat nach gründlicher Vorbereitung, und nachdem er auch des Arabischen völlig mächtig geworden, 1859 seine Reise an, welche ihn von Constantine nach Biskra durch 1 das französische Nordafrika bis zum äussersten französischen Posten im Süden führte. Er durchschnitt die Sahara von Wad Mesab (Ghardaja) über Metlili bis El Golea und verbreitete Licht über einen Teil der Wüste, welchen die Schaanba den Franzosen verschlossen hielten. 1560 ging er über El Wad nach Wargla und von da nach Tuggurt, durchreiste hierauf in östlicher Richtung das südl. Tunisien bis nach Gabes an der Kleinen Syrte und kam dann auf einer nördlichern Route nach Biskra zurück. Noch in demselben Jahre trat er eine grössere Reise nach dem Tuareglande an, hielt sich eine zeitlang in Tuggurt auf und erreichte dann über El Wad und Berresof Gadames in Tripolitanien. Von hier wandte er sich über Derdj nach Tripoli und gelangte über Nalut und Ssinaun wieder nach Gadames, worauf er nach Ghat ging und über Mursuk und Tripoli nach Paris zurückkehrte. — D.s Reisen sind besonders für die Grenzgebiete von Alserien, Tunisien und Tripolitanien von grosser Wichtigkeit. Sein Hauptwerk führt den Titel: Exploration du Sahara* (1864 ff.) und trug ihm die goldene Medaille der Pariser Geogr. Gesellschaft ein. Ausserdem hat D. eine grosse Anzahl wertvoller Artikelfürdie,Annales desvoyageurs“, die „Revne algerienne et coloniale* und besonders für das Bulletin der Pariser Geogr. Gesellschaft verfasst, zu deren thätiesten Mitgliedern er gehört. Der Krieg von 1870, der ihn in der Ausarbeitung des zweiten Teils seines Hauptwerks unterbrach, brachte ihn auf einige Zeit als Gefangener nach Deutschland auf die Festung Neisse. Er giebt die Jahresberichte der „Societe geographique* heraus und ist Mitarbeiter des „Dictionnaire de g&ographie universelle“ von Vivien de Saint-Martin (Embacher, „Reisen und Entdeckungen‘, 1881).