Elfenbein, eins der hervorragendsten Erzeugnisse Afrikas. Dasjenige E., welches von der eigentlichen Westküste (vom Kap Verde bis zum Kamerun) und aus dem Nigergebiete kommt, ist weicher als das unter der Bezeichnung „transparentes Bein“ von der Südwestküste (d. i. der Küste südlich von Kamerun bis zu der portugiesischen Kolonie) kommende. Der ‚nördlichste Punkt, wo dieses härtere Bein an den Markt kommt, ist Batanga, etwas südlich von Kamerun. Das E. kommt weit aus dem Innern zur Küste, und es geschieht oft, dass, wenn die schwarzen Händler mit den Europäern über den Preis eines Zahnes nicht einig werden können, der Zahn wieder ins Innere an seinen ersten Besitzer zurückgeht und erst nach 4—6 Monaten abermals an die Küste kommt, um dann schliesslich doch verkauftzuwerden. Auch das auf dem Ogowe und in Gabon verkaufte E. kommt nicht aus der unmittelbaren Nähe dieser Gebiete, söndern weiter aus dem Innern heraus. Einzelne Plätze liefern jährlich 15000 Pfund und darüber, und es ist kaum zu be- . greifen, wie trotzdem die Elefanten noch in so zahlreichen Herden auch in den Küstendistrikten vorkommen. Im Süden war früher in Ambriz ein bedeutender E.-Markt, der sich aber infolge des portugiesischen Differential-Systems nach dem nördlich von Ambriz auf freiem Terrain liegenden Kinsembo gewandt hat, Im ägypt. Sudan wurde 1874 durch Erlass Gordon Paschas der E.-Handel monopolisiert (vergl. den Gesamt-Artikel „Afrika“ S. 80).