FeedFuta-Toro
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Futa-Toro, Land am linken oder südlichen Ufer des Senegal, erstreckt sich von den Grenzen von Walo unfern vom Meere, bis nach Bondu am Fusse des Hochplateaus, über eine Fläche von 850 km Lünge. Seine Bevölkerung wird auf etwa 300000 Seelen angegeben; General Faid’herbe schied dieselbe in die folgenden vier Gruppen: 1) die des westlichen Distrikts Dimar mit dem Hauptort Dagana (französ. Militärposten); —— 2) Toro mit dem Hauptorte Guede (an einem Arm des Flusses); 3) das eigentliche Futa mit den Hauptorten Salde (französ. Militärposten) am linken Ufer des Flusses, und Bumba und Orefonde im Süden; 4) Damga mit den Hauptorten Matam (französ. Posten), Gaoul, Ouro-Soghi, Djandjeli, Kanel und Guelle. Das Gebiet von Dimar gehört seit 1860 zu Frankreich und Toro erkennt seit ungefähr demselben Jahre die französische Oberhoheit an. Das eigentliche Futa, im Herzen des Landes gelegen und die Seele des ganzen Staatenbundes in politischer und kirchlicher Hinsicht, ist eine aristokratische Republik, deren Wahlfürst (Almamy) immer ein Poulo-Marabut aus der Torobe-Kaste (vergl. Fulah) seinmuss. Der Staat F. wurde gegen die Mitte des 16. Jahrh. von einem heidnischen Fulah, namens Koli, gesründet. Gegen Anfang des 19. Jahrh. stürzte der Marabut Abd -el- Kader das Reich der heidnischen Fulah und setzte an seine Stelle eine theokratische Republik, deren Bestand sich bis auf die Jetztzeit erhalten hat. Im Jahre 1854 hat Frankreich die Steuern (contumes), welche die Regierung des Senegal und die Kaufleute an den Almamy von F. für Gewährung der Handelsfreiheit zu entrichten hatten, gewaltsam abgeschaft. Die Flussgegend ist seit mehreren Jahrhunderten im Besitze ‚der Fulahs oder Peuls; die Eingeborenen (Wolofs uud Sereres im Westen, die Djulis oder Mandingos im Osten) wurden durch sie von hier vertrieben. In gewissen Strichen aber vermischen sich die erobernden Fulahs mit den unterjochten Eingeborenen-Stämmen, und aus dieser Vermischung gingen die Toucouleurs (two colours, „Zweitarbige*) hervor; vergl. Fulah, Die Haupt-Fulah-Stämme, aus welchen sich die Bevölkerung 'von F. zusammensetzt, sind die an den Flussufern sich staffelförmig folgenden Stämme der Irlabe, Bosseyab&, Kouliabe, Nohenar, Denianke und Atranke, Verol. auch den Artikel: Futa-Djalon.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 451Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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