FeedTrebur
ErdkundeBrockhaus 1882

Trebur, Marktflecken im Kreise Großgerau der hess. Provinz Starkenburg an der Schwarzbach, mit (1880) 1870 E., welche meist Ackerbau treiben. Hier soll in alter Zeit der Neckar sich vereint mit einem Mainarm in den Rhein ergossen haben, und daher soll der Name T. stammen, der zuerst Dreifurt oder Trifurt gelautet. Er hieß sonst Tribur oder Triburis und wird in der deutschen Reichsgeschichte viel genannt. Karl d. Gr. hatte hier einen Palast, und T. war eine Reichsdomäne, welche 1248 an die Grafen von Katzenelnbogen verpfändet wurde. Kirchenversammlungen wurden 822 und 895 hier gehalten, und Ludwig der Fromme wie Ludwig der Deutsche hielten sich häufig daselbst auf; 897, 900, 905, 1031, 1035, 1045, 1066 und 1119 wurden Reichstage hier abgehalten. Von da an zerfiel der Reichspalast, und jetzt erinnern nur noch einige Flurnamen an eine histor. Vergangenheit. Nicht weit von T. lag das untergegangene Dorf Campen, wo 1024 Konrad II. zum deutschen König gewählt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 819Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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