Kanarische Inseln, Inselgruppe im Atlantischen Ozean (auch „Glückliche Inseln“ genannt und schon demjüngern Plinius bekannt), wurden frühzeitig wieder entdeckt: im 12. Jahrh. durch Araber, im 13. Jahrh. durch Genuesen unter Daria und Vivaldi, 1341 durch den Florentiner Tegghia, teilweise 1406 durch den Normannen Böthencourt erobert, seit 1478 im spanischen Besitze. Die Gruppe wird von zwölt Inseln gebildet, davon sind sieben (Lanzerote, Fuerteventura, Gran ÜCanaria, Tenerifa, Gomera, Palma und Ferro) bewohnt, die übrigen 5 unbewohnt. Ihr Gesamtumfang beträgt 7273 qkm. Sie bildet gegenwärtig die 49. spanische Provinz; an der Spitze der Verwaltung steht ein Gouverneur; geistlicher Oberhirt ist ein Bischof. Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Der Boden ist äusserst fruchtbar, das Klima trefilieh. Haupterzeugnisse sind: Zucker, Baumwolle, Seite, Cochenille, Orseille und besonders Wein (Kanarien- und Palmensekt), der aber häufig durch Traubenkrankheiten gefährdet ist. Eine Eigentümlichkeit der Tierwelt ist der jetzt über das ganze Europa verbreitete Kanarienvogel. Die In dustrie ist unbedeutend, der Handel ganz in englischen Händen. Die friedfertige, wahrscheinlich hamitische Urbevölkerung der Guanchen (s. d.) ist bis auf äusserst spärliche Reste entweder ausgestorben, oder längst mit den normannischen und spanischen Eroberern vermischt; die gegenwärtige Bevölkerung bezifferte sich 187) auf 283859 (1864: 255400) Köpfe. Ein Teil von jenen Gelehrten, welche das ehemalige Dasein der sagenhaften grossen Insel Atlantis, jenseits der Säulen des Herkules im Atlantischen Ozean, als Wahrheit annahmen (unter ihnen der grosse Kant, ferner Baudelot u. a.) und ihre Zerstörung als durch eine gewaltige, von Süden kommende Wasserflut bewirkt glaubten, hielten die Kanarischen Inseln und die Azoren für Überbleibsel der Atlantis. Man vergleiche die Einzelartikel: Fuerteventura etc.