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ReligionAfrika Hand-Lexikon 1885

Krapf, Dr. Ludw., ein um die Erforschung Afrika’s hochverdienter Missionär, am 11. Januar 1810 zu Derendingen .bei Tübingen geboren, am 26. November 1881 zu Kornthal bei Stuttgart gestorben. Erster Aufenthalt (seit 1537): Im Dienste der Church Missionary 8ociety ging K. nach Abessinien, wurde 1835 ausgewiesen und drang 1839 in Gemeinschaft mit dem Missionär Isenberg über Tadschurra nach Ankober in Schoa, wo er bis 1542 thätig war und schöne Erfolge in der Erforschung dieses Gebietes und der angrenzenden Gallaländer erzielte. Unter grossen Entbehrungen und Gefahren kehrte K. 1842 durch Abessinien nach Massaua zurück, konnte aber im nächsten Jahre infolge des Widerstandes der Abessinier seine Station nicht wieder erreichen. Statt von Norden begann nun K. die Bekehrung der Gallas von Süden her, und damit gab er den Anstoss nicht allein zu der segensreichen Wirksamkeit der Missionäre an der äquatorialen Ostküste, sondern auch zu der Erforschung des äquatorialen Afrika. Von der 1845 errichteten Missionsstation aus unternahm K. Reisen: 1848 u. 1852 nach Usambara, 1849 u. 1851 Ukambani. Die Entdeckung der Schneeberge Kilima Ndscharo und Keina sind seinen, wie seines Gefährten Rebmann Reisen zu verdanken, gleicherweise veranlassten die gemeinsam mit Erhardt eingezogenen Erkundigungen über den grossen Binnensee Tanganyika die Aussendung der englischen Reisenden Burton und Speke. 1853 Rückkehr nach Europa infolge einer durch den Aufenthalt in Afrika verursachten Erschütterung seiner Gesundheit. Zweiter Aufenthalt (seit 1854): Expedition nach Abessinien, um König Theodor für die Duldung der Mission zu gewinnen. Kurzer Aufenthalt in Gondar. Reise über Sennar und Chartum nach Ägypten. Rückkehr nach Europa infolge Zerrüttung seiner Gesundheit. Er lebte seitdem begleitete er die englische Expedition nach Abessinien als Dolmetscher. Seine und Isenbergs Tagebücher aus Schoa wurden 1845 veröffentlicht (Journals of the Rev. M. Isenberg and Krapf 1859 —42). Seine „Reisen in Ostafrika“ erschienen 1858 (vergl. „Iravels, researches and missionary labours in Bastern Africa‘ 1860); ausserdem gab K. Grämmatiken, Vokabularien u. Übersetzungen von Auszügen der Bibel in dei Galla-, Kinikas, Suaheli- und Wakuafı-Dialekten heraus. - Krause, Gottlob Adolf, junger deutscher Reisender, verliess aus Enthusiasmus für die Erforschung Afnika’s das Gymnasium, iandete in Thipolis und fand 1869 einen Dienst bei Fräulein Tinne, musste damals aber seinem Wunsch, ausgedehntere Reisen zu machen, entsagen und kehrte noch vor der Ermordung seiner Herrin (1. Aug. 1869) nach Europa zurück. Zu Anfang 1878 hatte er das Glück, in der öffentlichen Bibliothek auf Malta eine arabische Handschrift aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts zu finden, welche wichtige Beiträge zur Geschichte Fezzans und Tripolis enthält. Bald darauf erhielt er eins Unterstützung seitens der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland, um nach Wadai zu gehen, änderte aber sein Ziel, als die Rohlfs’sche Expedition nach dorthin abging, und schlug die Richtung in dus” Gebirge: land der Tuarik Ahaggar ein, in der Absicht, später Sokoto zu besuchen.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 787Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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