Krapf (Joh. Ludw.), Missionar und Afrikareisender, geb. 11. Jan. 1810 zu Derendingen bei Tübingen, studierte in Tübingen Theologie und trat 1837 in den Dienst der engl. Church-Missionary Society, um die engl. Mission in Abessinien zu verstärken. Schon bald nach seiner Ankunft in Adowa 1838 samt den andern Missionaren ausgewiesen, erreichte er 1839 das Land Schoa und war dort bis 1842 thätig, wo er nach Kairo reiste. Im J. 1844 gründete er die erste engl. Missionsstation unter den Wanika und machte mehrere Rekognoszierungsreisen in das Binnenland, auf denen er 1849 den Kenia und Amboloila entdeckte. Im J. 1853 kehrte K. nach Europa zurück und nahm seit 1855 seinen Aufenthalt in Kornthal bei Stuttgart, welcher jedoch mehrfach, besonders durch die übernahme des Dolmetscheramts bei Lord Napier während der engl. Expedition gegen König Theodoros, unterbrochen wurde. K. starb 26. Nov. 1881. Durch ihn sind viele seltene und wichtige abessin. Handschriften nach Deutschland und England geliefert worden. Um die Kenntnis der Sprachen der von ihm besuchten Völker hat K. sich verdient gemacht teils durch die Übersetzung biblischer und liturg. Schriften in dieselben, teils durch grammatische und lexikal. Abrisse. Seine Reisen beschrieb er in »Reisen in Ostafrika in den J. 1837—555 (2 Bde., Kornthal 1858). Nach seinem Tode erschien «Dictionary of the Suahili language (Lond. 1882). Vgl. Claus, «Ludwig K. » (Bas. 1882).