Minutoli, Heinrich, Freiherr von, geboren 12. Mai 1772 zu Genf, trat früh in die preussische Armee und wurde 1793 auf dem Feldzug am Rhein schwer verwundet. Nach seiner Genesung ward er an das Kadettenhaus in Berlin versetzt, später. vom König. Friedrich Wilhelm II. zum Gouverneur des Prinzen Karl und zum Generalmajor ernannt und 1820 mit der Leitung der Expedition betraut, welche bis August 1821 auf Kosten der Regierung Agypten bereiste und die Oase Siwah besuchte. Es begleiteten ihn unter andern die. Naturforscher Hemprich und Ehren- .berg, der Architekt Prodessor Liman und der ÖOrientalist Scholz. Die Expedition hatte. aber viel Missgeschick durchzumachen, namentlich durch Krankheiten, denn neun Mitglieder starben. Minutoli’s Sammlungen, von denen ein grosser Teil durch Schiffbruch verloren ging, wurden vom König von Preussen für 22000 Thlr. angekauft und im ägyptischen Museum in Berlin aufgestellt. M. wurde zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt, nahm bald darauf_ mit dem Charakter eines Generalleutnants seine Entlassung und zog sich auf eine Besitzung bei Lausanne zurück, wo er 16. Septbr. 1846 starb. Ausser seinem Hauptwerk, der „Reise zum Tempel des Jupiter Ammon und nach Oberägypten* (1824, mit Atlas; Nachträge 1827), veröffentlichte er einige historisch- - biographische Abhandlungen. — Sein Sohn Julius (am 30. August 1804 geboren, am 5. Nov. 1860 bei Schiraz in Persien gestorben) ward im März 1851 zum Generalkonsul von Spanien und Portugal ernannt und veröffentlichte als solcher 1851: „Die kanarischen Inseln; ihre Vergangenheit und Zukunft.*