Naiwascha, Seeim Lande der Massai (Ostäquatorial-Afrika), in der Wasserscheide zwischen dem Victoria Nyanza und Indischen Ozean, zwischen den grossen Waldungen im Westen und den zum Teil auch stark bewaldeten Bergen Kikuja’s im Osten, ca. 1900 m über dem Meere liegend und ausflusslos.. Der letzte Europäer, welcher bis zu ihm vordrang, war Dr. Fischer, welcher in seinem Reisebericht (1885) die folgende Beschreibung vom N. giebt: Der Naiwascha-See, ungeführ noch l/,mal so gross wie der Züricher See, hat eine länglich ovale Gestalt und ist ein Hochlandssee ohne Ausfluss. An einzelnen Stellen stehen Gruppen von Akazienbäumen; das westliche Ufer besonders ist teilweise von diehtem Papyrus - Gebüsche bewachsen. Im Südosten tritt eine Berggruppe von 200 m Höhe an den See heran. Das Wasser. welches bei Sonnenaufgang eine Temperatur von 171/50 C. zeigte, während die Luft nachts ein Minimum von 10!/,% ©. hatte, war von sehr angenehmem Geschmack. Der See heisst bei den Massai auch Ndabibinach einem kleinen Pflänzchen (Oxalis?), das hier zahlreich im Grase wächst. Der Name Balibäl, der auf der Ravenstein’schen Karte vom äquatorialen Ost- Afrika verzeichnet steht, bedeutet nichts weiter als „See“ im allgemeinen. Zahlreiche Flusspferde beleben den See; Krokodile enthält er nicht, wenigstens sahen wir keine und die Massai versicherten auch, dass keine vorhanden seien. Dagegen wimmelte er von Blutegeln, weshalb sich die Träger scheuten ins Wasser zu gehen, um mit einem Netze zu fischen; mit Angeln wurde nichts erlangt, obwohl gewiss kleinere Fische vorhanden sind, denn Möwen (Larus phaeocephalus oder eine nahe verwandte Art) und Seeschwalben (Sterna) waren nicht selten; Pelikane wurden nicht angetroffen. Eine sehr gewöhnliche Erscheinung war dagegen die ägyptische Gans (Chenalopex ägyptiacus), welche im Scharen von 50 Stück und mehr die durchfeuchteten Uferränder belebte. Auchder langvermisste lautjauchzende Ruf des Flussschreiadlers (Haliaetos vocifer) liess sich vernehmen, ein Zeichen, dass wohl auch grössere Fische im See vorkommen müssen.