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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Noba, ein bewaldetes Bergland im südöstlichen Kordofan, dessen Höhen bis zu 3000 Fuss über das Meer ansteigen sollen; zum Teil wild zerklüftete Granitmassen. An den Abhängen seiner Berge hausen die gleichnamigen bronzebraunen bistiefschwarzen Negerstämme. Sie sind Heiden, treiben Ackerbau, Viehzucht (Buckelrind und Zwergziege), Goldwäsche und Eisenschmelzerei. Sie zerfallen in mehrere Stämme (Schaibuna, Hadraua, Daira, Koldaga etc.); jedes ihrer Dörfer hat eine Seriba, jeder ihrer Togule einen steinernen Unterbau. Als Waffen führen sie Lanzen, deren Spitzen sie durch Euphorbien-Saft vergiften, lederne Schilder, Keulen von Ebenholz und zackige Wurfeisen. Sie haben ihre Freiheit lange Jahre gegen ihre Todfeinde, die Ägypter bewahrt; 1862 soll indes ihre Unterjochung gelungen sein. Zu den Fundj (s. d.) standen sie zeit jeher in Abhängiskeitverhältnis.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 997Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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