Senegalgummi, von Acacia verek, kommt aus den Gegenden am untern Teile des Stromes, das minder wertvolle von Acacia vera aus den oberen Gegenden. Der Gummi ist ein sehr einträglicherHandelsartikel (s. Gummi), da der Preis am Senegal nicht in barem Gelde, sondern in Waren erlegt wird, an denen der Kaufmann ohnehin schon 100 Prozent verdient. Der senegambische Gummi kommt nicht aus den unter französischem Einfluss stehenden Gebieten, sondern von jenseits des Senegal, aus den Ländern der Mauren. Die Trägheit der Mauren hindert einen Aufschwung des Gummihandels, denn sie sind durch nichts zu bewegen, die Zahl der Bäume, welche den geschätzten Saft liefern, durch Neupflanzungen zu vermehren; sie sind sogar zu träge, den ihnen ohne alle Anstrengung zufallenden Ertrag der Gummibäume selbst einzuernten, und haben sich seit jeher die dazu nötigen Arbeitskräfte durch Einfälle in die Negergebiete verschafft, deren männliche Bevölkerung sie in die Sklaverei schleppten. Den von den Sklaven eingesammelten Gummi brachten sie dann nach bestimmten Plätzen, sog. ‚Escales, wo die Kaufleute sich einfanden, welche ihn dann nach Saint-Louis verschifften, wo er sortiert wurde in zerreiblichen Gummi, Sadra beida, und in harten Gummi von Galam und vom untern Senegal, welche Sorten wieder in viele Unterabteilungen zerfallen. Ausserhalb der Escales war damals der Handel mit Gummi streng verboten, jetzt aber ist er an keinen bestimmten Ort gebunden, wodurch der Einkaufspreis bedeutend vermindert worden ist, da die Unterhändler, auf welche die Kaufleute von Saint- Louis früher angewiesen waren, denselben jährlich etwa 1!/, Millionen Franken kosteten. Für den vom Senegal kommenden Gummi ist jetzt Bordeaux der Hauptplatz. — Ein Gummiwald bildet ein kostbares Besitztum und ist stets Eigentum des ganzen Stammes. „Zur ‚Zeit der Ernte kommt derselbe herangezogen, schlägt bei einem nahen Brunnen sein Lager auf und treibt die Sklaven zur Arbeit. Obwohl üppig wuchernde Schlinggewächse und Dornengestrüpp die Arbeit sehr erschweren, schreitet dieselbe doch rasch vorwärts, denn die Mauren verstehen sich vortrefflich darauf, ihre Sklaven anzuspornen. Der Gewinn des Einzelnen hängt von dem Fleisse seiner Sklaven ab, da ihm so viel von der Ernte gehört, als er einzusammeln vermag, und deshalb werden die armen Neger von ihren habgierigen Herren mit barbarischer Strenge zum Aufgebot ihrer äussersten Kräfte gezwungen. Lebensmittel mitzunehmen ist ihnen streng untersagt, und so treibt sie denn der Hunger zu vermehrter Thätigkeit, um bald den mitgenommenen Ledersack mit Gummistücken zu füllen und in das Lager zurückkehren zu können.“ — Über - die Entstehung des Gummi giebt Börenger-Feraud folgende, von der bisherigen Annahme abweichende Erklärung: Eine Schmarotzerpflanze, Tobb von den Eingeborenen genannt, werde vom Winde auf die An seweht, wo sie sich festsetze, ihre rzein tief in die Rinde des Baumes treibe und diesem die zu ihrem Fortkommen nötige Feuchtigkeit entziche. Um die Stelle, an welcher sie ihre Wurzeln in die Rinde gesenkt, bilde sich eine Art eiterndes Geschwäür, aus welchem der Gummi in uch oder minder grossen Tropfen hervorquillt.