FeedTeneriffa (Tenerife)
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Teneriffa (Tenerife), die am stärksten bevölkerte unter den kanarischen Inseln; etwa 94000 Einw. Auf ihr die Stadt Santa Cruz, die wichtigste der ganzen Inselgruppe, mit vielbesuchtem Hafen, in welchem sich die Schiffe mit Proviant und Erfrischungen versorgen. Derselbe besitzt seit 1857 einen Leuchtturm, kann aber füglich kaum Hafen genannt werden, denn er bildet nicht einmal eine sichere Rhede. Allwöchentlich einmal legen hier die Dampfer der marokkanischen Schifffahrtskompanie in Marseille an, monatlich jene der allgemeinen Kompanie der Dampftransporte (Marseille), ferner die spanischen Dampfer der Kompanie Lopez, welche zwischen Cadez und der Havanna fahren, und die englischafrikanischen Dampfer, welche auch auf Madeira anlegen. Der 11430 Fuss hohe Pie de Teyde oder Pico de Teneriffa, ein ausgebrannter Vulkan, an der Spitze von November bis April mit Schnee ‚bedeckt, bildet eine weithin sichtbare Landmarke. An der Nordwestseite der Insel liegt die Stadt Orotava mit unsicherer Rhede, welche jedoch trotzdem viel besucht wird, da die Schiffe dort Wein einladen. Der schönste Teil von Teneriffa ist die Westküste, mit ihrem mit Dattel- und Kokospalmen bedeckten Strand. Die Abhänge sind mit Reben bepflanzt, Orangenbäume, Myrten und Zypressen umgeben die Kapellen, welche die frommen Bewohner der Insel auf den Hügeln erbaut haben. Die Grundstücke sind überall durch Hecken von Kaktus und Agove geschieden, und eine unzählige Menge von Farrenkräutern bedeckt die Mauern. Ich habe, schreibt -A.- v. Humboldt, in der heissen Zone Gegenden gefunden, wo die Natur ‘noch. majestätischer und reicher in der Entwickelung organischer .Farmen ist, aber nachdem ich die Ufer des Orinokko, die Kordilleren von-Peru und die schönen Thäler von.Mexiko durchwandert habe, bekenne ich,. nirgends ein mannigfaltigeres, anziehenderes und in der ‚Verteilung der Massen von Grün und Felsen harmonischeres Gemälde ‚ge sehen zu haben.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1263Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6