Teneriffa, besser Tenerife, bei Plinius Nivaria, die größte, reichste und bevölkertste der den Spaniern gehörigen Canarischen Inseln (s. d.), unifaßt 2026 AEm mit (1877) 105 052 C., meist ein Mischvolk von Spaniern und Normännern mit den Ureinwohnern, den Guanchen. Die Küsten sind fast ganz ohne Buchten. Die Insel ist sehr gebirgig, nach allen Richtungen hin von ausgebrannten großen Kratern, Kegelbergen, Basaltmassen und Lavaströmen angefüllt und, bei einem milden gesunden Klima, fruchtbar an Dattel- und Kokospalmen,‚ Drachenbäumen, Kakteen, Getreide, Mais, Südfrüchten, Obst, Baumwolle, Zuckerrohr und Wein, der jedoch durch die Traubenkrankheit fast ausgerottet wurde, sodaß jetzt Cochenille das Hauptprodukt der Insel ist. Auch wird etwas Seide gewonnen. Den Verkehr über See betreiben meistens die Engländer. In der Mitte der Insel erhebt sich der Vulkan Pied de Teyde, 3716 m über dem Meere, der am Fuße mit Kastanienbäumen und rasreichen Wiesen, höher hinauf aber ganz mit Bimsstein und vulkanischer Asche bedeckt und deshalb schwer zu besteigen ist. Auf dem Gipfel liegt vom November bis April Schnee. Aus seinen Spalten steigt bisweilen noch Rauch auf. Ein Hauptausbruch hat seit 1704 nicht stattgefunden; der letzte Steinauswurf erfolgte 1798. Von der Höhe dieses Bergs, welcher die so berühmte, auf 150 -200 weit sichtbare Landmarke für die Seefahrer ist, übersieht man nicht allein das ganze herrliche Eiland, sondern auch die übrigen Inseln, das Meer und selbst die Küsten Afrikas. Die Hauptstadt von T., Mittelpunkt des Handels der ganzen Inselgruppe und Sitz des Gouverneurs sowie des deutschen Konsuls für die Canarischen Inseln ohne Gran-Canaria ist Santa-Cruz de Teneriffa, mit 16 610 E., drei Forts und einem trefflichen Hafen auf der östl. Seite, wo vorzüglich die nach Indien bestimmten Schiffe anlegen, um Lebensmittel und frisches Wasser einzunehmen. Höher und kühlee gelegen als Sta.-Cruz ist La La guna oder Christoval de Laguna, die frühere Hauptstadt, mit 11034 E., Sitz eines Bischofs, des Domkapitels, eines Handelstribunals und einer 1817 gegründeten ökonomischen Gesellschaft. Bemerkenswert sind noch die Städte Güimar, in deren Nähe sich schöner Bimsstein und Begräbnisse mumisierter Guanchen befinden, mit 4536 E., und Orotava (s. d.). Etwa 5 km davon liegt Puerto de la Orotava (s. d.). Tenesmus (arch.). schmerzhafter Krampf in den Schließmuskeln von Ausführungsgängen, so des Darmkanals (Stuhlzwang) und der Harnblase (Harnzwang). In beiden Fällen wird die Ausleerung des Inhalts der Behälter gehindert oder mindestens erschwert. Der T. tritt vorübergehend und isoliert auf, kann aber auch ein Zeichen anderer Erkrankungen (3. B. von Ruhr, Mastdarmentzündung) sein. Meist gehen die Anfälle in ersterm Falle schnell vorüber. Zu ihrer Beseitigung wendet man schmerzstillende und lähmende Arzneien (Opium) an, oder behandelt sie durch warme Umschläge auf den Darm.