Webi, Küstenfluss im Somalilande (von Revoil besucht). Die Beduinen bringen auf dem W. selbsterzeugte Gewebe nach Makdischu zum Verkauf. Für die neuen Erwerbungen Ägyptens im Sudan war der Webi (nebst dem Juba) eine natürliche Ausfuhrstrasse nach dem Süden, weshalb der Khediv 1875 Truppen bei Barawa landen und die Stadt ‘besetzen liess. Durch das energische Einschreiten Englands wurde er jedoch bewogen, sie wieder zurückzuziehen und seine Pläne auf den Webi aufzugeben. Der Webbi ist der zweitgrösste Fluss des Somalilandes. Man sucht seine Quellen im Nordwesten von Härär, an den Vorterrassen der abessinischen Gebirge. Er fliesst in südsüdöstlicher Richtung, wendet sich dann etwa unter 8% 80‘ nördl. Br. nach Süden und fliesst auf die Küstenstadt Mörka zu. Anstatt jedoch bei dieser ins Meer zu münden, fliesst er, dem Fusse des Dünenzuges folgend, parallel mit der Küste dahin, wird immer wasserarmer und verschwindet endlich in geringer Entfernung vom Juba in einer sumpfigen Gegend völlig. Oberhalb Mörka ist er schiftbar und erreichte früher wahrscheinlich den Juba, als dessen Nebenfluss er immerhin noch betrachtet werden kann. In der Gegend, in der er verschwindet, befinden sich unzählige Seeen, Teiche und Pfützen, in denen sich oft so viel Wasser ansammelt, dass das Land weit und breit: überschwemmt wird. Dadurch wurde auch die irrtümliche Annahme hervorgerufen, dass der Webi in einen See mündet, den man auch auf manchen älteren Karten verzeichnet findet. Die Ufer des Webi bilden auf der ganzen Strecke von Mörka bis Barawa ein vortreffliches Kulturland. „Eine lachende grüne Ebene begrüsst den Wanderer jenseits der traurigen Einförmigkeit der Sanddünen. . Zwischen den Baumgruppen und Gebüschen schimmert das Wasser des Flusses hervor, und ein Tierleben, so reich, wie nur eine üppige afrikanische Landschaft es bergen kann, belebt seine feuchten Ufer.“