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TierreichAppetit-Lexikon 1894

Anchovis (engl. anchovy, franz. anchois, ital. sardella), ein silberglänzender, 15 em langer Seefisch, der die Küsten des Schwarzen Meeres, des Mittelmeeres, des Atlantischen Oceans und der Nordsee unsicher macht, bisweilen auch in geschlossener Masse in die Flüsse eindringt und zu Millionen gefangen wird, um, geköpft und ausgeweidet, entweder gesalzen als Sardelle oder mit Gewürzen eingemacht als Anchovis in den Handel zu kommen. In Oel gesotten, spielt er sich bisweilen als Pilchard auf und wird als Oel— Sardine (Sardine à l'huile) verbraucht, während ihm andererseits die Norweger Sprotte in's Handwerk psuscht und sich, gut gewürzt, als Anchovis verkaufen läßt; überhaupt sind Unterschiebungen von Häringsfischen an Stelle der echten Sardelle an der Tagesordnung. In England bereitet man Anchovis-Pasteten und eine Anchovisessenz (Grosse & Blackwell in London). In jeder Form aber gilt der Fisch, mag man ihn ohne Unterlage oder mit Butterbrot, Beefsteak u. s. w. genießen, sür einen wirksamen Appetitwecker, und das schon seit den Zeiten der Römer, die ihre kostbare Fischsülze, das berühmte Garum, aus dem Anchovis herstellten. Die im Handel gemachten Unterschiede zwischen italienischen, französischen, holländischen und englischen Anchovis sind für die Tafel von geringem Belang. Vgl. Sardine.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 10Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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