Angelica, Heiligegeist- oder Engelwurz, eine zweijährige Doldenpflanze Nord- und Mitteleuropas, deren junge Stengel in England und am Rhein gleich dem Ingwer zu einer Conserve (Angelicamus) eingekocht werden, während die stark aromatisch riechende Wurzel mit anfangs süßlichem, hinterdrein würzhaft bitterem und etwas beißendem Geschmack gleich dem Kalmus eine beliebte Confitüre liefert. Die Engelwurz kam, angeblich durch einen Engel vom Himmel gebracht, im 14. Jahrhundert als Pestmittel in Aufnahme. Namentlich gaben sich die Klöster mit dem Anbau ab, und seit dem 16. Jahrhundert erlangten die Mönchsklöster zu Freiburg im Breisgau und das Nonnenkloster zu Niort in Frankreich darin einen besonderen Ruf; das Angelica-Confect aus letztgedachtem Kloster galt bis zur großen Revolution für das beste in ganz Europa. Die besten Wurzeln liefern gegenwärtig Böhmen und Thüringen, weniger geschätzt ist das Produet der norddeutschen Flußniederungen, die sogenannte Küsten-⸗Angeliea. In Frankreich werden, wie in den nordischen Ländern, die jungen Stengel als Gemüse verwerthet, und in Deutschland hat man neuerdings aus der Wurzel einen Angelica-Liqueur gegen die Cholera hergestellt, der jedoch mit der Seuche wieder verschwunden zu sein scheint.