FeedSardelle
TierreichBrockhaus 1882

Sardelle oder Sardine (Clupea Sardina) heißt ein zur Familie der Heringe gehöriger Fisch, welcher etwa 12—18 em lang, oben azurblau und unten silberweiß ist und von manchen für identisch mit dem Pilchard (C. Pilchardus) erklärt wird, der jedoch bedeutend größer und nicht minder schmackhaft ist. Für das Mittelmeer hat die S. dieselbe Wichtigkeit, wie die Sprotte für Nord⸗ und üm und der Pilchard für den Ocean, und es leben zahlreiche Menschen von ihrem Fange, da sie wegen ihres zarten Fleisches und feinen Geschmacks sehr beliebt ist. Vorzüglich wird sie nach dem Abschneiden des Kopfes eingesalzen nach dem Norden versendet, außerdem aber auch ungesalzen in Olivenöl eingelegt und in luftdicht verschlossenen Blechbüchsen versendet, wo sie dann Olsardine (Sardines à Thuile) heißt. Hauptort für diese letztere Fabrikation ist gegenwärtig Nantes. Den stärksten Handel mit S. treiben außer Nantes, Bordeaux, La-Rochelle und Saintonge. Nicht zu verwechseln ist mit ihr der Anchovis (s. d.), der ebenfalls oft S. genannt wird, aber einer andern Gattung (Engraulis) angehört und sich leicht durch den weit und schmal vortretenden Oberkiefer auszeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 234Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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