FeedSprotte
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Sprotte, auch der Sprott oder Breitling, ein 10—15 em langes Kerlchen vom Stamme Häring aber vom alten Häring durch die Größe, vom jungen durch den scharfen, kantigen Bauch unterschieden, bewohnt die Nord- und Ostsee und wird namentlich bei Kiel und Eckernförde sowie an der englischen Küste jährlich im Mai und Juni zu Millionen gefangen. Die Sprotte wird theils frisch verkauft, werthet aber in dieser Gestalt nur wenige Pfennige per Kilo, theils wird sie mit Gewürz eingelegt als Anchovis, besonders fcharf gesalzen und gewürzt als russische Sardelle und hauptsächlich geräuchert als Kieler Sprotte in den Handel gebracht. Als solche bildet sie einen trefflichen Belag für Butterbröte, ist aber, da sie neben 600/ Wasser und 225/¾1%, Stickstoffsubstanz 160s% Fett enthält, also zu den entschiedenen Fettfischen gehört, keine Speise für papierene Magen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 519Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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