FeedConfect
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Confect, das „Labsal der Satten“, ist ein ebenso weitschichtiger wie süßer Begriff, denn man versteht darunter: 1. Confeet im eigentlichen Sinne oder Zuckerwerk, hauptsächlich Gebäcke aus Stärkemehl und Zucker (Bisquit, Makronen, Pfeffernüsse, Mandelsterne etc.); 2. Canditen oder candirte Früchte, d. h. durch Eintauchen in flüssigen Zucker mit einer starken Zuckerkruste überzogene Samen und Pflanzentheile (z. B. Korianderkörner, gebrannte Mandeln, Anisplätzchen etc.); 3. endlich trockene Confitüren, d. h. mit Zucker eingemachte und glacirte Früchte und Wurzeln (Quitten, Melonen, Aprikosen, Angelica, Kalmuswurzel u. s. w.), für welche die Bezeichnung conkectae schon im Jahre 1333 üblich war. Auffälliger Weise hat die Confectbereitung im Gegensatz zu allen andern Zweigen der Küchenkunst seit dem 17. Jahrhundert nur sehr geringe Fortschritte gemacht, was sich nur dadurch erklären läßt, daß sie sich schon im Mittelalter in den besten Händen befand, nämlich in denen der Nonnen und der Apotheker, die mit vollster Hingebung gearbeitet und daher der Nachwelt nur wenig auf diesem Gebiete zu thun übrig gelassen haben.“

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 118Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

In anderen Lexika 1

Alle Lexika nebeneinander →

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Haus & Küche 6