FeedGänsefuß oder Melde
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Gänsefuß oder Melde, wie alle meldenartigen Gemüsepflanzen mit Einschluß der Quinda und des Mangold zu den Plebejern der Küche gehörig, wird in Europa mit Ausnahme Englands nirgends mehr gebaut, gedeiht aber zum Aerger des Gärtners als rechtes Unkraut auch ohne Pflege und dient genügsamen Gemüthern im Frühjahr als Salat, späterhin als Gemüse, das allerdings nicht gerade schmackhaft, aber bei dem hohen Gehalt der Blätter und zarten Stengel an Stickstoffsubstanz (durchschnittlich 354% ziemlich nahrhaft ist. Unter den 12 in Oesterreich und Deutschland heimischen Arten verbraucht man hauptsächlich die weiße und die grüne Melde, die noch heute in Ostindien als Gemüsepflanzen gezogen werden, sowie den Hansel am Weg, guten Heinrich oder Dorfgänsefuß, den die Engländer als wilden Spinat sogar noch im Garten dulden.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 184Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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