Gemse, die einzige europäische Vertreterin des Anti—⸗ lopengeschlechts und in ihrer Verbreitung auf die süd⸗ und mitteleuropäischen Gebirge (Pyränen, Alpen, Abruzzen, Balkan, Karpathen und Kaukasus) beschränkt, gehört durch Abbildung und Schilderung zu den populärsten Thieren des Continents, und das nicht erst seit heute. Schon Kurfürst August von Sachsen suchte sie um 1560 in der Sächsischen Schweiz und Kaiser Ferdinand I. im Wiener Walde heimisch zu machen, doch blieben diese Versuche wie alle spätern erfolglos. Gegenwärtig ist Oesterreich unter allen Ländern noch am besten mit Gemsen versehen, namentlich in Steiermark, Tirol und Salzburg, wo jährlich immer noch je 1000 bis 2000 Stück erlegt werden. Im Jahre 1890 wurden im Oesterreichischen im Ganzen 7038 Stück geschossen. Der eulinarische Werth der Gemse ist gering, denn das Fleisch ist nicht nur trocken, sondern auch über die Maßen grobfaserig. Junge Thiere mögen immerhin passiren, was aber von den alten zu halten ist, bekundet das Sprichwort: Alte Gams und alter Has' Geben einen Teufelsfraß.