FeedHochheimer
Sitten & ModeAppetit-Lexikon 1894

Hochheimer heißen nach dem alten Städtchen Hochheim auf dem rechten Mainufer die weißen Rheinweine vom Südabhang des Taunus, die zumeist aus Riesling⸗, zum kleinern Theil aus Sylvaner Rebsatz gewonnen werden und sich durchgängig bei ausgesprochen aromatischem Geruch und Geschmack durch Körperlichkeit und ungemeine Haltbarkeit auszeichnen. Der eigentliche Hochheimer wächst beim hessischen Dorfe Kostheim unweit Mainz und vorzugsweise natürlich bei Hochheim. Die besten Hochheimer Lagen sind die allbekannte Domdechanei mit der Präsenz und dem Kirchenstück südlich vom Orte, der Stein dicht neben der Dechanei, ferner die Kohlkaute unmittelbar am Main, die Wandkaute, die Hölle, der Lattenberg u. s. w. Den zweiten Rang nehmen die Gewächse des Dorfes Wicker bei Hochheim und des Nerobergs bei Wiesbaden ein, im dritten endlich stehen die Weine von Massenheim, Delkenheim, Flörsheim, Marxheim, Biebrich, Schierstein, Nordenstadt, Neuenheim, Wallau, Diedenbergen u. s. w. Der Hochheimer ist im Auslande zum Vertreter des gesammten Rheinweins geworden, denn in England heißt derselbe ohne Unterschied HKock, dies Hock aber ist verkürzt aus Hockamore, wie die Briten des vorigen Jahrhunderts den Hochheimer sich mundgerecht zu machen suchten.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 233Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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