FeedHochheim
ErdkundeBrockhaus 1882

Hochheim, Stadt im Regierungsbezirk Wiesbaden der preuß. Provinz Aunhhe 15 Landkreis Wiesbaden, liegt auf einer Anhöhe, 124 müber dem Meere, 6 km im Osten von Mainz an der Linie Frankfurt-Niederlahnstein der Preußischen Staatseisenbahnen, 1, Em rechts vom Main und gehörte 1273—1803 dem Domkapitel + Mainz. H. ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 2699 meist kath. E. Die Haupterwerbsquelle des Ortes bildet der Weinbau und Weinhandel. Der sehr berühmte und geschätzte Hochheimer wächst an dem rechten Mainufer zwischen Frankfurt und Mainz an den gegen Süden sanft Der Rehiat ügelketten, zunächst der Stadt H. Der Rebsatz derselben besteht durchgehends aus Riesling, in neuerer Zeit auch aus österr. Reben. Die besten Lagen sind die Domdechanei, der Stein und das Kirchenstück. Die erstere Lage, die berühmteste, faßt nur 250 a und ihr Produkt wird in günstigen Jahrgängen zu 12000 Mark das rhein. Stück (à 1200 l) verkauft. Der Hochheimer zeichnet sich durch Milde und Körperfülle wie durch Haltbarkeit aus; sein Bouquet und Geist wird nur in ausgezeichneten Weinjahren von rheinauer Weinen übertroffen. Auch besitzt der Ort eine Malz⸗, zwei Kunsthefe⸗ und Branntweinfabriken, zwei Schaumweinfabriken, deren Erzeugnisse hauptsächlich nach England gehen (Sparkling Hocl), eine Wachsfabrik und sieben Weinhandlungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 284Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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