Neckarwein „ist Schleckerwein“ — aber nur im beschränkten Sinne, denn was über Eßlingen hinaus gegen die Alb zu gebaut wird, ist nur in besonders wohlwollenden Jahren genießbar und kommt daher überhaupt nicht in Frage. Die würzigen, geistvollen Weißweine des württembergischen untern Neckarthals von Eßlingen bis herab nach Gundelsheim dagegen sind allerdings schleckerhaft, wenn auch wenig haltbar und daher kein Gegenstand des Handels. Es geht auch trotz des mangelnden Absatzes an's Ausland kein Tropfen davon verloren, denn der Württemberger hält auf einen trinkbaren Schoppen ebenso viel wie auf eine treue Ehehälfte, und die Fremden, die das Land besuchen, stehen ihm getreulich bei, daß es nicht zur Aufhäufung verderblicher Vorräthe komme, denn so eine Flasche Besigheimer oder Weinsberger läßt sich vortrefflich beplaudern, und „beplauderter Trank schmeckt und bekommt besser“. Zu den im Lande bestbekannten Gewächsen gehören: der Mönchberger von Unter-Türkheim, das „Zuckerle“ von Kannstadt, der Käsberger von Mundelsheim, der Schalksteiner von Besigheim, der Burgberger von Weinsberg und der Hundsberger von Weiler. Bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts bezeichnete man übrigens alle Weine Württembergs und Badens (mit Ausnahme des Seeweines), also auch die Gewächse des Enzthals und des Remsthals, den Markgräfler u. s. w. als „Neckarwein“.