FeedKolanuß
Handwerk & GewerbeAppetit-Lexikon 1894

Kolanuß, Gura⸗ oder Gurunuß, die röthliche, kastaniengroße Frucht des in Guinea heimischen Spitz-Stinkbaumes, gehört daher zu den narkotischen Genußmitteln und bildet in ganz Nord- und Mittelafrika einen bedeutenden Handelsartikel, dient hier sogar als Zahlmittel und ist unter dem Namen Bussi auch im Süden des schwarzen Erdtheils bekannt. An sich nicht gerade wohlschmeckend, hinterläßt die Nuß doch beim Zerkauen einen angenehm süßen Nachgeschmack, den die Neger über alles lieben. Die Wirkung ist der der Coca ähnlich oder gleich. Geröstet und gemahlen und mit dem bittern Mehl aus den Früchten des Durabaumes gemengt, liefern die Gurunüsse bei ihrem Coffeingehalt das beste aller Kaffee-Surrogate. Ein Kolakaffee indessen, der neuerdings angepriesen wird, hat leider mit der Kolanuß nur den Namen gemein, schmeckt erbärmlich und scheint größtentheils aus Cichorienpulver und gerösteten Lupinen zu bestehen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 285Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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