Kornelkirsche, Dürlitze, in Wien Dirndel oder Dirndelbeere, die kleine, blutrothe Kernfrucht des gelben Hartriegels oder Dirnleins, der in ganz Süd- und Mittel-⸗ europa als Wildling und darüber hinaus nach Norden wenigstens verwildert vorkommt. Die weinsäuerlichen Dirndeln werden mit Zucker eingesotten und geben in dieser Gestalt ein leidliches Compot, dem jedoch besondere Vorzüge nicht nachzurühmen sind. Früher wurden sie höher geschätzt, noch vor der Reife abgenommen und wie Oliven in Salzwasser eingelegt. In Norddeutschland finden sie kaum noch Beachtung. Dort aber „baut“ man aus dem hornharten Holze des Baumes, das schon dem Romulus Wurfspieße lieferte, die berühmten „Ziegenhainer“, nahezu unverwüstliche Wanderstäbe, die nach dem Dorfe Ziegenhain bei Jena heißen und den Jenenser Studenten ihren europäischen Ruf verdanken.