FeedLimonade
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Limonade, der landläufigste aller Kühltränke aus Wasser, Zucker und Citronensaft, trägt den Namen von der Limone (Frucht von Citrus limonium Risso), die wir rundweg Citrone zu nennen gewohnt sind (vgl. Citrone). Durch Zusatz von andern Fruchtsäften zur einfachen Limonade erhält man die Kirsch⸗, Himbeer-, Johannisbeer-Limonaden u. s. w., während die Brauselimonade (franz. Limonade gazeuse) durch Imprägnirung der einfachen Limonade mit Kohlensäure hergestellt wird. Die Limonaden wirken in Folge ihres Säuregehaltes durstlöschend und erfrischend, und ihren Geschmack fand schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts der Commerzienrath Paul Jacob Marperger so vortrefflich, daß er allen Ernstes den Vorschlag machte, sie den angezechten Gästen als Rheinwein aufzutischen und damit weiterer Trunkenheit einen Riegel vorzuschieben! In neuerer Zeit ist die Limonade etwas durch die Orangeade in den Hintergrund gedrängt worden, die mit Apfelsinensaft bereitet, milder schmeckt und ihres geringern Säuregehalts wegen auch dem Magen zuträglicher ist.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 312Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Haus & Küche 6