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PflanzenreichAppetit-Lexikon 1894

Lorbeerblätter, die immergrünen, langförmigen Blätter des edlen Lorbeerbaums, bilden eine sehr gesuchte und höchst geschmackvolle Zuthat zu allerlei Fischsaucen, Jubiläen, Reissuppen, Siegesfesten, wilden Schweinsköpfen und zahmen Dichterstirnen und werden bei den gedachten Gelegenheiten namentlich in Deutschland in solcher Menge verbraucht, daß die Jahreseinfuhr von etwa 900 g kaum den Bedarf deckt. Die getrockneten Lorbeerblätter, wie man sie namentlich zur Fischsauce verwendet, gelten für um so vorzüglicher, je frischer und grünfarbiger sie sind und je würzhafter sie nach Lorbeeröl duften, sind aber eben wegen ihres Gehalts an diesem Oele diätetisch nicht ganz harmlos und daher wenigstens von Magenschwachen nach Kräften zu meiden.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 318Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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