FeedLorchel
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Lorchel, ein der Morchel nahe verwandter sogenannter Scheibenpilz, der in Oesterreich, der Schweiz und Deutschland in fünf Arten vorkommt, von denen jedoch nur eine, die Speiselorchel, auch Früh- oder Steinlorchel, mit 5—7 em breitem und 2—5 em hohem, gelb- oder schwarzbraunem, unregelmäßig gefurchten Hut, von wesentlicherer Bedeutung für die Küche ist. Die Speiselorchel ist ein Frühlingspilz, der im März bis Juni mit Vorliebe in Nadelholzwaldungen auf sandigem Boden auftritt und ein ungemein zartes, unter den Zähnen fast zergehendes Fleisch von wenig ausgeprägtem Geruch und Geschmack besitzt. Getrocknet gleicht er einer Kletze oder Hutzel (Birne), gibt aber, da er nicht geschält zu werden braucht, reichlich aus, ist auch in diesem Zustande mit größerer Zuverlässigkeit verwendbar, da der Saft des frischen Pilzes nicht jedem Magen zusagt. Vgl. Morchel.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 318Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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