Malaga wird nicht blos in der Axarquia, der etwa Quadratmeilen umfassenden Umgegend der Hafenstadt Malaga, sondern in nicht geringer Quantität auch in der Sierra de Contraviesa südwärts von Malaga, im Magalete, dem Hügellande der Stadt Motril, und in den Alpujarras, dem Südstück der Sierra Nevada, gewonnen. Die beste Sorte ist der tief purpurrothe Malagamuscat von beinahe öliger Consistenz, bedeutendem Alkoholgehalt und äußerst gewürzhaft süßem Geschmack, der in gleicher Güte wie um Malaga auch bei Motril gedeiht. Dieser Sorte zunächst steht der mild aromatische Tierno, die eigentliche Handelssorte aber bildet der dunkel rothbraune, feurige Pedro Ximenez von ungemein süßem Geschmack, das Produet der Jimenecia— Rebe, die zu Anfang des 16. Jahrhunderts von Madeira an den Rhein und die Mosel, und erst von dort aus zu Ausgang jenes Säculums durch einen deutschen Winzer Peter Simon nach Granada verpflanzt wurde. Dieser Pedro-Rimenez oder Pero-Jimen ist in der Jugend beinahe bernsteingelb, dunkelt aber mit den Jahren nach und nimmt liebens-⸗ würdigerweise zugleich an Güte zu, so daß ein Fünfzigjähriger das Dreifache eines Fünfjährigen kostet. Er geht von Malaga aus in alle Welt, hauptsächlich aber nach England und Amerika. Als Dessertwein steht noch der Malaga-Tintillo in Ansehen. Er ist von gelbrother oder rosenrother Farbe, vielem Feuer, feinem Aroma und sehr angenehmen Geschmack, aber etwa um ein Viertel bis ein Drittel theurer als der Pero Jimen. Als vorzüglichste Bezugsquelle für Malaga ist die Firma Gebrüder Scholtz in Malaga zu nennen.