Mischmasch ist der ehrliche deutsche Name jener etwas zweideutigen Präparate, die unter der englischen und daher weniger durchsichtigen Bezeichnung Mixed-Pickles in Glaskruken auf den Markt kommen. Das Mischmasch wird aus grünen respective unreifen Vegetabilien: Gurken, Möhren, Maiskolben, Zwiebeln, Rothrüben, Gartenbohnen, Blumenkohl, Radieschen u. s. w. durch Einkochen mit Essig und scharfem Gewürz (Meerfenchel, Paprika, Ingwer u. s. w.) hergestellt und gehört demgemäß weit eher zur Klasse der bekannten englischen Gewaltsaucen als zu den Gemüseconserven, deren Stelle es jedoch beim Braten und namentlich beim Wildbraten vertritt. Nun ist ein rechter Gastronom allerdings von Gott und Berufs wegen zum Besitze eines hand⸗ und standfesten Magens verpflichtet und eine Portion Mischmasch wird ihm daher ebenso wenig bange machen wie eine Portion Sauerkraut — wenn das Präparat nur gut und rein ist. Aber gerade mit diesen beiden Eigenschaften hapert's namentlich bei den Mixed-Pickles englischer Herkunft oft ganz bedenklich, und wer das wahrhaft strahlende Grün einer solchen Mischmasch-Kruke bewundert, der sollte jedesmal erst das Virgil'sche Nimium ne erede colori (trau der Farbe nicht zuviel) erwägen, bevor er zugreift. Thatsache ist, daß die Farbe der Mixed-Pickles nur gar zu oft durch Grünspan erhöht und der Essig mit Schwefelsäure geschärft wird, und was diese beiden liebenswürdigen Zuthaten für Rumor und Unheil im Magen anstiften, kann sich jeder denken. Der Kenner läßt daher in zweifelhaften Fällen lieber das beste Mischmasch vorübergehen, als daß er sich leichtsinnig einer derartigen Gefahr aussetzte. Wer daher nur einen Funken von Hochachtung für seinen und seiner Gäste Magen im Leibe hat, der wird nur solches Mischmasch auf den Tisch bringen, das in seiner eigenen Küche zubereitet wurde, oder für dessen Reinheit er genügende Bürgschaft besitzt, wie dies bei den Erzeugnissen der k. k. Hof-, Armee- und Marine-Lieferanten Ig. Eisler & Co. in Wien der Fall ist.